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"Faire Chance für den Steigerwald“ 

10 Jahre ist sie inzwischen alt - die Idee, Teile des Nordsteigerwalds zum Nationalpark zu erklären. Viel konstruktive Öffentlichkeitsarbeit wurde von Befürwortern dieser Idee seither geleistet. Und sie trägt Früchte: Die Zustimmung in der Bevölkerung ist in der Steigerwald-Region auf rund  70 % angewachsen und auch viele Vertreter aus Wirtschaft und Kommunalpolitik machen sich inzwischen für einen Nationalpark Nordsteigerwald stark.

Aber der Gegenwind aus den Reihen der Bayerischen Staatsregierung bläst stärker denn je. Die aktuellen Entwicklungen rund um das Thema Nationalpark Steigerwald standen im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung am 13. Juni 2017, zu welcher der Verein „Nationalpark Nordsteigerwald“ ins evangelische Gemeindehaus in Sennfeld eingeladen hatte. Referenten des Abends waren Dr. Günther Denzler (CSU), Bezirkstagspräsident Oberfranken und ehemaliger Landrat von Bamberg; Max-Dieter Schneider (SPD), Bürgermeister von Ebrach; Thomas Vizl (geo-net, Grüne), Stadtrat in Gerolzhofen und Kreisrat Schweinfurt sowie Dr. Liebhard Löffler (F.D.P.), Kreisrat Bamberg. Über die Parteigrenzen hinweg hat sich die Erkenntnis durchgesetzt: Nationalparks bringen nicht nur einen ökologischen Gewinn, sondern regionalen Aufschwung.

Thomas Vizl wies in seinem Referat vor allem auf den ökonomischen Gewinn hin und nannte dabei viele nachweisbare Fakten "um einen Beitrag zur Versachlichung der teilweise sehr emotional und unsachlich geführten Nationalpark-Debatte zu leisten." Die Erfahrungen im Nationalpark Bayrischer Wald und anderswo belegten eindeutig: Ein Nationalpark schaffe viele Arbeitsplätze zum Beispiel im Bereich Handwerk, Einzelhandel, Naturpädagogik oder in der Gastronomie. Vom Ausbau der regionalen Infrastruktur z.B. auch im ÖPNV-Bereich profitieren nicht nur Touristen, sondern auch die ortsansässige Bevölkerung. "Durch die staatliche Nationalpark-Förderung in Höhe von 10 – 15 Mio € jährlich könnte auch im Steigerwald viel bewegt werden", erklärte Vizl und wies darauf hin, dass sich Interessierte über die Vorteile eines Nationalparks inzwischen sogar auf der Internetseite des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz unter www.np3.bayern.de schlau machen können.

„Wieso favorisiert die Bayerische Staatsregierung, die sich jahrelang gegen einen Nationalpark Steigerwald ausgesprochen hat, jetzt plötzlich einen dritten Nationalpark in Bayern? Und wie kommt es, dass die Staatsregierung nur den Spessart, die Rhön, das Donaugebiet und den Frankenwald als möglichen Standort prüfen lassen will, obwohl die Fachwelt den Steigerwald als das qualitativ beste Gebiet bewertet? Wieso wird der Steigerwald so stiefmütterlich behandelt und als Standort trotz hoher Bürgerakzeptanz ausgeschlossen?“ Bei der lebhaften Diskussion rund um diese Fragen ließen sich auch bei dieser sachlich ausgerichteten Veranstaltung die Emotionen nicht vermeiden. Bei vielen der anwesenden Nationalpark-Befürwortern regte sich Unverständnis und Ärger. Zu groß ist die Enttäuschung angesichts des staatlichen Vorgehens, das teilweise als " Arroganz der Macht" gedeutet wird.

Trotz aller Rückschläge und Enttäuschungen denken die Befürworter aber nicht daran aufzugeben. Noch haben sie die Hoffnung, dass es gelingen kann, die Staatsregierung umzustimmen, so dass der Steigerwald doch noch eine faire Chance bekommt und im laufenden Auswahlverfahren mit berücksichtigt wird. Alle, die an diesem Abend in der Diskussion das Wort ergriffen, hielten es für wichtig, dass vor allem noch mehr Verantwortliche aus Politik und Wirtschaft dieses Anliegen öffentlich mittragen.  

„Wir müssen vor allem auch die Landräte als Mitstreiter für ein erweitertes Auswahlverfahren gewinnen", erklärte Dr. Günther Denzler. Der Alt-Landrat des Landkreises Bamberg und aktuell Bezirkstagspräsident von Oberfranken hat im Frühjahr 2017 einen offenen Appell an die Landräte Wilhelm Schneider (Haßfurt), Johann Kalb (Bamberg) und Florian Töpper (Schweinfurt) gerichtet.  In seinem Schreiben rief er die Landräte dazu auf, die bayerische Umweltministerin Scharf "aufzufordern, den Steigerwald in das laufende ergebnisoffene Auswahlverfahren für den dritten Nationalpark Bayern einzubeziehen“. Außerdem hat der Verein Nationalpark Steigerwald hat auf seiner Internetseite  www.verein-nationalpark-nordsteigerwald.de eine entsprechende Online-Petition gestartet und hofft noch auf weitere Unterstützung aus dem Kreis der Bevölkerung. 

Am Ende der Veranstaltung wurde noch auf einen Termin gewiesen.

Am 2. Juli kommt Horst Seehofer zum Tag der Franken nach Kitzingen und tritt dort als Redner auf. Dies sei für alle Befürworter eines Nationalparks Nordsteigerwald eine gute Gelegenheit öffentlichkeitswirksam eine faire Chance für den Steigerwald einzufordern. Die Nationalpark-Befürworter treffen sich um 10 Uhr, am Bleichwasen, in Kitzingen.

 

 



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