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Dr. Manuela Rottmann, unterfränkische Direktkandidatin der Grünen für die Bundestagswahl, war Gastrednerin beim Kommunalpolitischen Frühschoppen der Sennfelder Grünen und Aktiven BürgerInnen, der am 19. März stattfand.

Rottmann ist überzeugt von dem, was sie sagt. Sie spricht frei, ohne Redemanuskript und ganz schnell wird den Zuhörern im Saal des Gasthauses Krone klar: Sie spricht aus Erfahrung. Als gebürtige Hammelburgerin ist sie mit dem Leben auf dem Land vertraut und zeitgleich kennt sie die Herausforderungen des städtischen Raums. Sechs Jahre lang war sie in Frankfurt als Umweltdezernentin tätig und konnte dort ihr Fachwissen als Juristin sehr gut einbringen, wenn es um Bauleitplanung, kommunales Satzungsrecht und andere Fragen ging.

Inzwischen wohnt Manuela Rottmann wieder in Hammelburg und die Stärkung des ländlichen Raums ist eines ihrer zentralen politischen Anliegen. „Sennfeld in fünfzig Jahren - wie werden wir wohnen, wie werden wir uns fortbewegen, wie können wir den Wandel gestalten?" so lautete das Thema des politischen Frühschoppens in Sennfeld. Bevor die unterfränkische Spitzenkandidatin mit den Anwesenden einen Blick in die Zukunft Sennfeld warf, machte sie deutlich: „Die lokalen Herausforderungen können nur dann angemessen angepackt werden, wenn auch die globalen Probleme und Herausforderungen unserer Zeit mitbedacht werden“. Auch wenn der Klimaschutz angesichts vieler anderer politischer Themen aktuell nicht im öffentlichen Fokus ist, gehört er für Rottmann zu den ganz zentral wichtigen Zukunftsaufgaben auf allen nationalen und internationalen politischen Ebenen. Die im Klimaschutzabkommen von Paris 2016 formulierten Ziele hält die Spitzenkandidatin nicht für überdimensioniert, "sofern weltweit und auch in Deutschland konsequent die Weichen in Richtung erneuerbare Energien gestellt werden, statt weiter auf Atomenergie zu setzen oder den Ausbauausbau der Windkraft zu drosseln, wie in Bayern durch die H10 Regelung geschehen".

„Beim Klimaschutz geht es aber nicht nur um technische Herausforderungen, sondern auch um soziale Themen wie zum Beispiel Lebensvorstellungen, Umgang mit Eigentum, sozialen Wohnungsbau, Mehrgenerationenbegegnung und vieles mehr “, so Rottmann. In den Städten entstehe eine ganz andere Dynamik als im ländlichen Raum. Während die Ballungszentren mit einem starken Bevölkerungszuzug konfrontiert seien, würden sich die Dörfer auf dem flachen Land leeren. Die junge Generation ziehe weg, zurück blieben die Alten, die feststellen müssten, dass die Wege zum Einkaufen und zum Arzt immer länger, die Busanbindung immer schlechter, die soziale Vernetzung immer schwieriger und die Einsamkeit immer größer würden. „Die Alten bleiben, weil sie oft keine andere Wahl haben. Wo leben denn noch alle Generationen unter einem Dach und wo gibt es noch junge Leute, die das Haus ihrer Eltern und Großeltern energie- und bautechnisch so sanieren, dass klima- und energiepolitische Ziele und die modernen Wohnbedürfnisse der Jungen gleichermaßen berücksichtigt werden?“ fragte die engagierte grüne Politikerin.

Wichtig ist es aus Sicht von Rottmann, dass Gemeinden ihre Möglichkeiten im Rahmen des kommunalen Bau- und Satzungsrechtes stärker nutzen und zum Beispiel auf die Ausweisung von Neubaugebieten verzichten und statt dessen Anreize schaffen, damit die Häuser in den Altorten saniert werden. Auch generationsübergreifende Wohnformen könnten auf kommunaler Ebene gefördert werden, indem entsprechende Gebäude oder Baugrund kostengünstig bereitgestellt würde. Eine zielgerichtete Unterstützung von Eigenheim-Besitzern hält Rottmann in diesem Zusammenhang für dringend notwendig. Im Dorf müsste zum richtigen Zeitpunkt das Gespräch mit Hauseigentümern gesucht werden, nämlich dann, wenn beispielsweise Häuser an die nächste Generation weitergegeben  oder Verkäufer gesucht werden. Dann stünden die Sanierungen an. "Mit beraterischer und finanzieller Unterstützung der Gemeinde könnten Hauseigentümer ermutigt werden, alte Häuser für die Zukunft und die Bedürfnisse der jungen Generation fit zu machen", erklärte Rottmann. Das Bundesprogramm „Soziale Stadt“, das 1999 von der rot-grünen Bundesregierung ins Leben gerufen worden sei, hält die grüne Spitzenkandidatin für eine solide Basis, um auch die sozial-ökologische Entwicklung auf dörflicher Ebene voranzubringen.

In der regen Diskussion, die im Rahmen des kommunalpoitischen Frühschoppens in Gang kam, melde sich auch ein betagter Rentner zu Wort. Er brachte die Erfahrungen vieler älterer Mitbürger auf den Punkt: „Unsere Kinder sind aus dem Haus. Wir sind jetzt alt und das Familienhaus ist für mich und meine Frau zu groß, die Gartenarbeit ist uns zu viel.“ Rottmann weiß: Die Suche nach Lösungen gestaltet sich für Betroffene schwierig, kann aus ihrer Sicht aber gelingen, wenn sich Gemeinden mit den Betroffenen rechtzeitig und gezielt auf den Weg machen. Auch Fragen zur klima- und seniorenfreundlichen Mobilität könnten nur mit Hilfe kommunaler Unterstützung gelöste werden.

Gerade in kleinen Kommunen werden aus Sicht der grünen Politikerin die Weichen für die Zukunft gestellt. „Gemeinden können Labore der Zukunft sein. Neue Ideen, moderne Lösungen, Energiewende und Digitalisierung - das findet nicht nur in den Großstädten statt“, so Rottmann.



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