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Gentechnik  stoppen 

Bauern und Bäuerinnen, Imker, GärtnerInnen und viele andere aufgeweckte Menschen aus dem ganzen Land wehren sich gegen Gentechnik in der Landwirtschaft. Im Raum Kitzingen fanden schon verschiedene Veranstaltungen und Demonstrationen gegen den dort geplanten und inzwischen auch teilweise realisierten Anbau von gentechnisch verändertem Mais statt.

Vom 26. - 29. Juni 2008 fand am Main zwischen Mainstockheim und Dettelbach, im Raum Kitzingen, ein großes Camp statt, zu dem die Organisation „Gendreck-weg" eingeladen hatte. Drei Tage lang tauschten sich Menschen über Hintergründe und Möglichkeiten des Widerstandes gegen die Agrogentechnik aus. Unter anderem riefen die Organisatoren auch zu einer „Feldbefreiung" auf, mit dem Ziel, Genmaispflanzen auf einem Acker in der Nähe von Kitzingen unschädlich zu machen.

Am Samstag, 28. Juni, war zu einer Podiumsdiskussion auf das Campgelände eingeladen worden. Auch drei von uns  Sennfelder GRÜNEN und Aktive BürgerInnen folgten der Einladung und fanden sich auf dem Gelände ein.

Bei der Podiumsdiskussion wurde deutlich, was auch in Infobroschüren der Organisation "Gendreck-weg" nachgelesen werden kann:
„Seit 2005 wird in der Bundesrepublik Genmais kommerziell angebaut. 2007 wuchs Monsantos BT-Mais auf rund 2000 Hektar Land. Bundeslandwirtschafts- und Verbraucherminister Horst Seehofer weiß um die Gefahren des Genmaises. Sein halbherziges und verspätetes Verbot vom April letzten Jahres nahm er im Dezember trotz zahlreicher Proteste zurück, nachdem Monsanto versprach, besser auf den Mais aufzupassen. Der sog. Monitoringplan Monsantos verhindert keine Auskreuzung, bewahrt uns nicht vor verunreinigtem Honig und die Landwirtschaft nicht vor der drohenden Abhängigkeit von einem der skrupellosesten (und klagefreudigsten) Konzerne der Welt.
Während die Menschen in der Schweiz in einer Volksabstimmung gegen die Gentechnik votierten und in Österreich, Polen und Frankreich in diesem Jahr Mon810 nicht angebaut werden darf, schaffen Monsanto und unsere deutschen Politiker Tatsachen, die noch unsere Enkel bereuen werden.
Es ist an der Zeit, europaweit den Anbau von gentechnisch manipulierten Pflanzen zu stoppen. Zum Wohle der Landwirtschaft, zur Sicherung unserer Ernährung und für Entwickungschancen auch für die ärmsten Länder der Welt! Immer mehr Menschen wehren sich gegn den Gentech-Wahnsinn. Beim alltäglichen Einkauf, mit vielfältigen Veranstaltungen und Aktionen und mit zivilem Ungehorsam."

Nachtrag:
Am 29. Juni fand dann - ohne uns Sennfelder Grüne und Aktive BürgerInnen - die Feldbefreiungsaktion auf dem Acker in Westheim statt. Laut Schweinfurter Tagblatt vom 30. Juni begannen die GentechnikgegnerInnen morgens um 6.30 Uhr mit der Zerstörung der genmanipulierten Maispflanzen und der alternativen Bepflanzung mit sog. Bantam-Mais. Laut Schweinfurter Tagblatt „zerstörten die Aktivisten rund ein Drittel der Pflanzen auf dem Feld. Schaden: 300 - 600 Euro." Nach der Aktion ließen sich die meisten der ca. 60 Teilnehmer widerstandlos von der Polizei festnehmen. „Nur vereinzelt leisteten Demonstranten passiven Widerstand und mussten vom Acker getragen werden", so der Bericht im Schweinfurter Tagblatt.

Zur Idee der Feldbefreiung:
Feldbefreiungsaktionen, die immer öffentlich angekündigt werden, versteht die Organisation "Gendreck-weg" als eine Form des gewaltfreien zivilen Ungehorsams. Aktionen dieser Art haben in den letzten Jahren schon vielerorts stattgefunden - unter anderem 2007 und 2006 in Brandenburg.
Den Feldbefreiern geht es nicht darum, die Anbauenden zu schädigen, sondern die Gefahr, die von diesen Pflanzen ausgeht, abzuwenden. Durch die Aktion wollen sie ein öffentlichkeitswirksames Zeichen für die bäuerliche Landwirtschaft setzen und gegen das rücksichtslose Vorgehen des Agrarkonzerns Monsanto demonstrieren. Die GentechnikgegnerInnen möchten darauf aufmerksam machen, dass Monsanto mit falschen Versprechungen und mit massiver Beeinflussung der Politik ihre ausschließlich auf Gewinne ausgerichtete Geschäftspolitik rücksichtslos durchsetzt. Monsanto nimmt weltweit in Kauf, dass die Verbreitung und Vermarktung des genmanipulierten Saatgutes die Existenz von hunderttausenden von Bauern und vielen Imkern massiv bedroht.
Mit der Zerstörung der Maispflanzen ist die Aktion der GentechnikgegnerInnen nicht vorbei: Mit fundierten Argumenten tragen sie das Thema "Gentechnik und ihre Gefahren" in die Gerichte und damit auch in die gesellschaftliche Diskussion hinein.

Derzeit finden die Gerichtsverhandlungen gegen GentechnikgegnerInnen statt, die im Juli 2007 in Altreetz eine sog. Feldbefreiung durchführten. Die Anklage lautet auf „Gemeinschaftliche Sachbeschädigung". Die Teilnehmer der Widerstandsaktion argumentieren vor Gericht mit dem Notstandsparagraphen 34 Strafgesetzbuch, demzufolge das Begehen einer Straftat nicht rechtswidrig ist, wenn dadurch eine Gefahr von sich oder Anderen abgewendet wird.

 

 

 

 

 

 

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